Computational Complex Systems
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Modellierung komplexer Migrationsbewegungen

Die Flüchtlingskrise des Sommers 2015 war Stein des Anstoßes für ein neues Simulationsmodell welches am Forschungszentrum Computational Complex Systems (COCOS) an der TU Wien in Kooperation mit dem ORF entwickelt wurde und aktuell vom ORF im Web (http://meins.orf.at/) und im ORF Fernsehen (ZIB 24) einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird.

Ausgehend von der Fragestellung "was wäre, wenn die Politik anders reagieren würde?" entwickelte Tamara Vobruba im Rahmen ihrer Diplomarbeit am COCOS Zentrum der TU Wien ein mathematisches Simulationsmodell zur Analyse und Prognose von Migrationsmustern. Die Arbeit ist die erste in einer Reihe von anwendungsorientierten Dissterationen und Diplomarbeiten, die neue Ansätze liefern sollen um aktuell brennende Fragen beantworten zu helfen.

Die Migrationsbewegung zwischen den verschiedenen Ländern wird durch eine Beziehung von verschieden stark einfließenden anziehenden und abstoßenden Faktoren beschrieben. In diesem Migrationsmodell wird nicht weiter auf unterschiedliche Gründe für Emigration eingegangen, da der Fokus auf den Migrationsbewegungen selbst und den unterschiedlichen Routen liegt.

Es wird dabei zwischen Transit- und Zielländern unterschieden, weil die anziehenden Faktoren bei Transitländern nicht so starken Einfluss auf die Migrationsbewegung haben. In diesem Fall werden die anziehenden Faktoren der auf der Route liegenden potentiellen Zielländer betrachtet. Die Einflussfunktionen, die ins Modell intergiert wurden, sind u.a.  Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Fragile State Index, anziehende Wirkung von MigrantInnen in dem Land, die Anziehung der Zielländer auf der Route, Kapazität des Landes bzw. Aufnahmebereitschaft, Asylanerkennungsrate in dem Land, Asylanerkennungsquote innerhalb Europas und auch die Durchlässigkeit der Grenzen.

COCOS versucht in seiner Arbeit komplexe Zusammenhänge besser erkennbar und erlebbar zu machen. Ohne zur erörtern welche Entscheidungen richtig oder falsch sind, können Zusammenhänge und Effekte von Entscheidungen und Ereignissen übersichtlich gezeigt werden. Mithilfe des Modelles kann nicht nur gezeigt werden, dass das Eintreffen der Flüchtlinge keine Überraschung hätte sein dürfen, sondern auch, dass viele der politischen Einzelmaßnahmen keine, bzw. keine nachhaltige Wirkung haben.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem durch die FFG geförderten Projekt  VALID durchgeführt.

Kontakt:

COCOS: Niki Popper, Andreas Körner
drahtwarenhandlung: Stefan Emrich
ORF: Arthur Einöder